Berufsunfähigkeitsversicherung: Beinahe acht von zehn Leistungsanträgen bewilligt

Die Berufsunfähigkeitsversicherer sind Neinsager, wenn es um die Regulierung von Leistungen geht? Dass dies ein Vorurteil ist, zeigen erneut aktuelle Zahlen der Versicherungswirtschaft. 78 Prozent aller Anträge auf Rente werden demnach bewilligt. 

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat sich erneut Zahlen der Berufsunfähigkeitsversicherer zur Brust genommen: die untersuchten Anbieter stehen für rund 80 Prozent des Marktes. Und erneut zeigte sich, dass die Anbieter in der überwiegenden Mehrheit verlässliche Partner sind. Eingerechnet wurden Verträge aus Haupt- und Zusatzversicherungen. So ist der Schutz gegen Berufsunfähigkeit zum Beispiel oft als Upgrade zu einer Risikolebensversicherung enthalten.

Das Ergebnis: Mit 78 Prozent wird die überwiegende Anzahl der Leistungsanträge bewilligt. Wobei sich die Versicherten mitunter etwas gedulden müssen. Im Schnitt dauert der Prozess von der ärztlichen Feststellung der Berufsunfähigkeit bis zur Leistung, in der Regel eine Rente, 110 Tage. Hier sei daran erinnert, dass Versicherer das Vorliegen des Leistungsanspruches genau prüfen wollen und müssen. Auch, um einen Missbrauch zu verhindern. Bis die Antragsteller alle benötigten Unterlagen gesammelt und an die Versicherung geschickt haben, würden allein 65 Tage vergehen, gibt der GDV zu bedenken. Hier kann die Verzögerung also nicht allein den Versicherern angerechnet werden.

Wird die vereinbarte Leistung nicht gezahlt, so liegt dies meist daran, dass die Berufsunfähigkeit den vereinbarten Grad – in der Regel 50 Prozent – nicht übersteigt. Weitere 15 Prozent scheitern daran, dass sich der Betroffene nicht mehr zurückmeldet, zum Beispiel, weil sich sein Gesundheitszustand verbessert hat. Die Verletzung der sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflicht ist in zwölf Prozent aller nicht bewilligten Fälle Ursache.

Fest steht: Die private Berufsunfähigkeitsversicherung kann ein guter und wichtiger Schutz sein. Das zeigen auch die hohen Leistungen. Insgesamt 3,7 Milliarden Euro haben die Privatversicherer im letzten Jahr an Invaliditätsleistungen ihren Kunden ausgezahlt. Damit alles reibungslos abläuft, ist es empfehlenswert, einen Versicherungsexperten hinzuzuziehen. Er weiß in der Regel, worauf beim Antrag auf Versicherungsschutz und den auszufüllenden Gesundheitsfragen zu achten ist – und haftet für seinen Rat. Auch beim Leistungsantrag gegenüber dem Versicherer kann er helfen, wenn der Ernstfall eingetreten ist.

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