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In Deutschland gibt es immer mehr Vorruheständler, die eine Erwerbsminderungsrente der Rentenversicherung beziehen. Das zeigen aktuelle Zahlen, von denen eine große Tageszeitung berichtet. Das vorzeitige Ausscheiden aus dem Beruf bedeutet dabei ein hohes Armutsrisiko.

Viele Menschen müssen ihren Beruf vor Erreichen der Regelaltersgrenze aufgeben. Dieser Trend setzte sich auch im Vorjahr fort. Laut einem Bericht von Welt Online zählte die Deutsche Rentenversicherung (DRV) genau 174.328 Neuzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Das bedeutet ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Teils hängt diese Steigerung mit der demographischen Entwicklung zusammen: die Erwerbstätigen werden einfach immer älter. Das Durchschnittsalter der Neurentner wegen Erwerbsunfähigkeit betrug 51,6 Jahre!

Ein Anrecht auf Bezüge wegen teilweiser Erwerbsminderung in der DRV haben Menschen, die einen Beruf weniger als sechs Stunden pro Tag ausüben können. Die volle Erwerbsminderung wird gar nur anerkannt, wenn die Betroffenen weniger als drei Stunden pro Tag arbeitsfähig sind.

Die meisten scheiden wegen psychischer Erkrankungen aus

Schaut man auf die Gründe, weshalb diese Neurentner ihre Arbeit vorzeitig aufgeben mussten, bestätigt  sich der Trend der letzten Jahre. Stolze 43 Prozent aller Frührentner mussten wegen einer dauerhaften psychischen Erkrankung ausscheiden. Bei 12,9 Prozent war eine Erkrankung des Skeletts oder der Muskulatur die Ursache, bei 12,4 Prozent Krebs, bei 9,5 Prozent das Herz bzw. der Kreislauf.

Damit sind nicht mehr jene Fälle hauptverantwortlich für eine Erwerbsunfähigkeit, die aus schwerer körperlicher Arbeit resultieren. Auch wer im Büro oder viel im Sitzen arbeitet, ist gefährdet. Hier findet seit Jahren eine Verschiebung statt: noch im Jahr 1993 schieden nur 15,4 Prozent aller Erwerbsminderungs-Frührentner aufgrund psychischer Störungen aus. Stress, ein hoher Leistungsdruck und die zunehmende Vermischung von Berufs- und Freizeit fordern hier ihren Tribut!

Durchschnittliche Erwerbsminderungsrente: zwischen 640 und 702 Euro

Dass die gesetzliche Rente zur Absicherung der Arbeitskraft allein nicht ausreicht, zeigt die durchschnittlich ausgezahlte Rente im Falle verminderter Erwerbsunfähigkeit. Männer erhielten 2015 im Schnitt 702 Euro ausgezahlt, Frauen gar nur 640 Euro. Hier lohnt es sich, zusätzlich privat vorzusorgen, um das Armutsrisiko bei einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Beruf zu verringern! Insgesamt erhielten rund 1,8 Millionen Menschen eine Leistung der Rentenversicherung aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit. Wie man finanziell vorbeugen kann, klärt ein Beratungsgespräch.

07.09.2016

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